Ein ehemaliger Ingenieur auf der Überholspur. Bastian Oldhouse ist ein Schweizer Kunstmaler und Skulpteur. Mit seinen surrealen Kunstwerken schafft er Metaphern. Und wenn das Malen nicht mehr genügt, schickt er sich an, mit dreidimensionalen Werken aufzurütteln.
Gerne hätte er die Kunstschule besucht, gehorcht stattdessen seinen Eltern und absolviert eine Lehre als Bauzeichner, gefolgt von einem Ingenieurstudium. Bis zu diesem Zeitpunkt nutzte er die begrenzte Freizeit, um zu malen. Nun verdrängten Brücken-, Kanal- und Strassenbau die bildende Kunst. Malmesser und Pinsel wanderten in den Estrich. 33 Jahre später, im Alter von 60 Jahren, beschliesst er, nur noch seinem künstlerischen Instinkt und dem Ruf seiner Leidenschaft zu folgen.

«Handwerk» Kunst
«Kunst ist immer auch Handwerk.» Mit dieser Aussage stellt er sich demonstrativ gegen die Gegenwartskunst, die ohne jegliches handwerkliches Können zuweilen von den meisten Kunstsachverständigen gefördert wird. «Kunst, die jeder kann, ist keine Kunst», mag antiquiert klingen, doch «publikumsverhöhnende Produktionen werden wieder verschwinden», ist er sich gewiss. Immer weniger Kunstliebhaber wollen sich für dumm verkaufen lassen. Dass das 1917 in New York ausgestellte «Werk» Marcel Duchamps «Fontaine» (ein Pissoir) von gewissen Kunsthistorikern als Geburtsstunde der zeitgenössischen Kunst gefeiert wird, betrachtet er als ebenso dekadent wie manch ein gegenwartskünstliches Erzeugnis. Diese Ansicht unterstreicht er, indem er auch mal Abschnitte alter Meisterwerke in seinen Arbeiten integriert. Ob Gemälde von Albert Anker, Gustav Klimt, Maurice Lacroix oder Tizian. Geeignet ist, was dem Zweck der Aussage seines Kunstwerks dient. Wer die Szene beobachtet, stellt bereits heute Anzeichen fest für einen Trend weg von der «schlechte Kunst» hin zu handwerklich anspruchsvollen Arbeiten. Dabei darf allerdings nicht ausser Acht gelassen werden, dass dem modernen Künstler, der modernen Künstlerin heute ein ganzer Fächer an elektronischen Hilfsmitteln zur Verfügung steht, um nahezu perfekte Darstellungen zu erzielen.

Aktuelle Themen
Der 1948 in Biel (Schweiz) geborene Oldhouse setzt sich mit den Fragen unserer Zeit auseinander. Die zur seelischen Verarmung der Menschen beitragenden sozialen Medien, die nicht in den Griff zu bekommende weltweite Verschuldung, die sich verbreitende Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit, die zunehmende angstmachende Weltbeherrschung einer winzigen Elite sind ebenso Themengeber wie die Migration, der respektlose Umgang mit den Tieren oder die Umweltklippen. Dabei leistet sich der gestandene Künstler, auf politische Korrektheit zu verzichten. Die Betrachterinnen und Betrachter seiner Kunst, denen es gelingt, die darin enthaltenen Botschaften zu entdecken und zu interpretieren, stossen so auf eine Fülle von Andeutungen, Fragezeichen oder Hinweise. Die Bilder des Künstlers wollen die Kunstinteressierten in eine andere, mystische Welt entführen, in der sie weder Angst zu befürchten haben noch den täglichen Zwängen ausgesetzt sind. Wenn er sich zwischendurch den Strapazen des Globus entziehen will, lässt er schon mal ein skurriles Bild mit geringerem Tiefgang entstehen, das zum Schmunzeln verleitet. Eins hat er nach einer von Kreuzungen und Weichen geprägten Karriere gelernt: «Durchhaltewille und die Bereitschaft, immer dazuzulernen, ist die halbe Lebensmiete.»

Schuhvinist
Der Künstler ist keiner typischen, auf Anhieb erkennbaren Linie verpflichtet. Auch müssen die zur Verwirklichung eines einmal angepeilten Ziels verwendeten Materialien vor der Inangriffnahme eines Werks festgelegt werden. Ob Pastellkreide, Kohlenstift, Acryl oder Öl auf Papier oder Leinwand, je nach angestrebter Wirkung kommt das geeignete Material zum Einsatz. Die Erkennungsmerkmale, die seine Werke unverkennbar machen, sind der rote Stöckelschuh und – unsichtbar in der Farbe eingelassen – ein Transponder (Mikrochip), der zur Identifizierung dient.

Mitgliedschaften:

Kunstverein Biel (Schweiz)
Kunst- und Kulturverein Kitzbühel (Österreich)

Ausstellungen (Auswahl):

  • 04.2011: CH- Alchenflüh/Bern – Galerie im Chalet.
  • 08.2012: CH- Safnern – Eigenausstellung, Einzel.
  • 11.2013: CH- Basel – Basler Versicherungen, Kollektiv.
  • 01.2016: CH- Bern – Galerie habitARTE on tour, Einzel.
  • 11.2016: CH- Binningen/Baselland – Arte Binningen, Kollektiv.
  • 12.2016: CH- Biel/Bern – Jahresausstellung Bern-Jura, Kollektiv.
  • 12.2017: CH- ArtCenter Basel – Kollektiv.
  • 12.2017: CH- Le Noirmont – Jahresausstellung Bern-Jura, Kollektiv.
  • 01.2018: A- Innsbruck – Art Innsbruck, Kollektiv.
  • 05.2018: F- Paris – Carrousel du Louvre, Kollektiv.
  • 05.2018: GB- London – A&D Gallery, Kollektiv.
  • 03.2019: USA- New York – Artbox, Kollektiv.
  • 08.2019: CH- Solothurn-Biberist – Papieri, Kollektiv.
  • 09.2019: CH- Zürich – Artbox , Kollektiv
  • 09.-12.2019: CH- Biel/Bienne – Hirslanden Klinik Linde, Einzel.
  • 12.2019: CH- Lausanne – swissartspace, portrait, Kollektiv.
  • 12.2019: USA- Miami – Artbox, Kollektiv.
  • 03.2020: E- Barcelona – Artbox, Kollektiv.
  • 04.-09. 2020: CH- Aarburg – Rathaus, Einzel.
  • 06.2020: CH- Schloss Buchegg, Dual.